
Warum Einschlafen manchmal schwerfällt
Je nach Alter kann Schlaf unterschiedliche Herausforderungen mit sich bringen.
Bei Babys liegt die Schwierigkeit oft noch darin,
dass sie Nähe, Sicherheit und Hilfe zur Regulation brauchen.
Ihr kleines Nervensystem muss erst lernen, zur Ruhe zu finden.
Mit zunehmendem Alter kommen oft weitere Gefühle hinzu:
Ein Kind, das nicht schlafen möchte, ist nicht automatisch trotzig.
Oft hängt es einfach noch am Tag.
Am Spielen. Am Lachen. An der Nähe.
An allem, was den Tag schön gemacht hat.
Denn Schlaf bedeutet für ein Kind nicht nur Müdigkeit.
Schlaf bedeutet auch: Der Tag geht zu Ende.
Loslassen. Abschied nehmen. Etwas Schönes hinter sich lassen.
Und genau das fällt schwer, wenn etwas schön war.
Ein Elternteil, das drängt, handelt meist nicht aus Härte.
Sondern aus Erschöpfung.
Es sieht den nächsten Morgen.
Die Verantwortung.
Den langen Tag.
Und weiß, wie wichtig Ruhe gerade wäre.
Doch wenn sie nicht eintritt, entsteht schnell Hilflosigkeit.
So stehen sich abends oft nicht
„ein schwieriges Kind“ und „ungeduldige Eltern“ gegenüber.
Sondern zwei Menschen,
die beide etwas brauchen
und beide gerade nicht wissen, wie sie dorthin kommen.
Was helfen kann
Wenn ein Kind nicht gegen Schlaf kämpft,
sondern gegen das Ende eines schönen Tages,
hilft meist kein Druck.
Denn:
Loslassen kann man nicht erzwingen.
Man kann nur dabei helfen.
Zum Beispiel so:
Den Tag gemeinsam bewusst verabschieden
„Was war heute dein schönster Moment?“Dem Spiel einen Abschluss geben
„Magst du deinem Spielzeug Gute Nacht sagen?“Den Abend langsam ausklingen lassen
statt abrupt zu beendenGefühle benennen und ernst nehmen
„Ich weiß, es ist schade, wenn der schöne Tag vorbei ist.“
Beyond-Gedanke
Und auch Eltern dürfen kurz innehalten
Denn Ruhe lässt sich nur schwer weitergeben,
wenn man sie selbst gerade nicht fühlt.
Manchmal hilft schon ein kleiner Moment vor dem Abendritual:
Einmal tief durchatmen.
Und sich erinnern:
Mein Kind macht mir nichts schwer.
Es hat gerade selbst etwas Schweres.
Vielleicht geht es beim Einschlafen nicht darum,
dass jemand „funktioniert“.
Vielleicht geht es einfach darum,
gemeinsam zur Ruhe zu finden.